Deutschlands Nationalakademie der Wissenschaften feiert ihr erstes Jubiläum

Kaiserliche Siegel der Leopoldina von 1677 Bild vergrößern (© picture-alliance/ ZB)

Die vor einem Jahr zur Nationalakademie Deutschlands ernannte Deutsche Akademie der Naturforscher „Leopoldina“ in Halle feiert 2009 ihren ersten Jahrestag. Im Jahre 1652 von vier Medizinern gegründet, ist die Leopoldina die älteste Wissenschaftsakademie Europas und die älteste fortbestehende naturwissenschaftliche Akademie der Welt mit über 1300 Mitgliedern weltweit. Zu ihnen zählten im Laufe der Jahre über 150 Nobelpreisträger, darunter Albert Einstein, Max Planck und Marie Curie.

Die Leopoldina unterhält enge Verbindungen zur Wissenschaft im europäischen und außereuropäischen Ausland, führt jährlich eine Vielzahl von nationaler und internationalen Veranstaltungen durch.

Zu ihren Hauptaufgabe zählt vor allem die wissenschaftliche Bearbeitung wichtiger Zukunftsthemen, wie etwa der demographischen Entwicklung oder der Eindämmung von Infektionskrankheiten. Auf dieser Basis unterstützt sie Öffentlichkeit und Politik bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Darüber hinaus agiert sie als Stimme der deutschen Wissenschaft auf internationaler Ebene und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. Bestände aus den letzten vier Jahrhunderten Bild vergrößern (© picture-alliance/ dpa)

Während der deutschen Teilung konnte die Akademie mit Sitz in Halle an der Saale Anbindung an die staatliche Akademie der Wissenschaften verhindern und so eine gewisse Unabhängigkeit bewahren. Als einzige wissenschaftliche Institution ermöglichte die Leopoldina, mit Mitgliedern in Ost und West, der deutschen Forschergemeinde den Brückenschlag über den Eisernen Vorhang. Ihre Funktion als Bindeglied erfüllt die Akademie auch im vereinten Deutschland: So umfasst sie seit 1996 neben Naturwissenschaften und Medizin auch sozial- und geisteswissenschaftliche Disziplinen. Diese integrative Bedeutung, zusammen mit ihrem internationalen Renommee, prädestiniert die Leopoldina für ihre neue Rolle als Nationale Akademie der Wissenschaften.

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