Herta Müller erhält Literaturnobelpreis
Bild vergrößern
Herta Müller bei der feierlichen Zeremonie der Nobelpreise im Konzerthaus von Stockholm zusammen mit den Nobelpreisträgern Jack W. Szostak und Elinor Ostrom (r).
(© picture alliance/ dpa)
Die deutsche Schriftstellerin Herta Müller nimmt an diesem Donnerstag (10.12.) in Stockholm den mit 1,1 Millionen Euro dotierten Literaturnobelpreis 2009 entgegen. Das schwedische Nobelpreiskomitee würdigt die 56 Jahre alte Berliner Autorin für ihr Werk, das auf besondere Weise mittels „Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit“ zeichne.
Herta Müller, in der deutschsprachigen Minderheit in Rumänien aufgewachsen, kam 1987 nach Deutschland. Zuvor lebte sie über 30 Jahre in Rumänien unter der Diktatur Ceaucescus, wo sie nach einem Germanistikstudium zunächst als Übersetzerin und Lehrerin arbeitete. In Ceaucescus Rumänien verfolgt und bedroht, konnte die Schriftstellerin keines ihrer Werke veröffentlichen, woraufhin sie nach Berlin übersiedelte.
Die Gräueltaten des totalitären Regimes in Rumänien, aber auch das kritische Verhältnis zu ihrer
alten und neuen Heimat, verarbeitet die Schriftstellerin bis heute in ihren Büchern und
betreibt mit ihrem Schreiben eine eindrucksvolle literarische Erinnerungsarbeit. Aktuellstes Beispiel
Bild vergrößern
Herta Müller bei der Nobelpreisverleihung in Stockholm.
(© picture alliance/ dpa)
ist Müllers vor wenigen Monaten erschienener Roman „Atemschaukel“, in dem sie anhand eines 17-jährigen Jungen die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin schildert. Von den trostlosen Erfahrungen, als sie in den 1980er-Jahren den Anwerbungsversuchen des rumänischen Geheimdienstes widerstand, berichtete Müller auch zu Beginn dieser Woche bei ihrer Nobelvorlesung in Stockholm.
Für ihr Werk hat Herta Müller mit rund 30 Preisen bereits außergewöhnlich viele internationale Literaturauszeichnungen erhalten. Genau zehn Jahre nach Günter Grass erhält Herta Müller jetzt als 13. deutschsprachige Autorin die renommierteste Auszeichnung der Literaturwelt.
© www.magazine-deutschland.de