Felix Mendelssohn Bartholdy: Musikwelt feiert 200. Geburtstag des Komponisten

Mendelssohn Denkmal Leipzig Bild vergrößern Mendelssohn Denkmal Leipzig (© dpa)

Geboren wurde Felix Mendelssohn Bartholdy am 3. Februar 1809 in Hamburg. Doch nicht hier, sondern in Berlin und vor allem in Leipzig erinnert man sich in diesem Jahr besonders intensiv an den großen Musiker. Wäre es nur sein Verdienst, die Werke Johann Sebastian Bachs, die am Beginn des 19. Jahrhunderts fast vergessen waren, wiederentdeckt zu haben: Mendessohns 200. Geburtstag müsste gefeiert werden. Aber es ist viel mehr: Er war Dirigent, Gründer der ersten Musikhochschule Deutschlands, und vor allem ein genialer Komponist, trotz seiner kurzen Lebensspanne einer der größten in seinem Jahrhundert.

Schon 1811 zieht die Familie Mendelssohn von Hamburg nach Berlin. Dort erhält der Sohn aus großbürgerlichem jüdischem Elternhaus eine erstklassige humanistische Erziehung, Unterricht in Komposition, Klavier und Violine eingeschlossen. Schon als Neunjähriger tritt Felix erstmals öffentlich auf, ein Jahr später beginnt er zu komponieren. 1821 besucht der Zwölfjährige zum ersten Mal den großen Johann Wolfgang von Goethe in Weimar, schreibt seine erste Oper. 1825 reist er nach Paris, trifft Rossini und Meyerbeer, die Großen seiner Zeit, studiert wenig später in Berlin, unter anderem bei Hegel.


Reichtum und Ruhm begleiten seinen Weg von Anfang an. 1829 beginnt er ausgedehnte Konzertreisen durch Europa. London und Rom sind wichtige Stationen, die „italienische“ und die „schottische“ Sinfonie werden später zu Höhepunkten seines Schaffens. In diesem Jahr dirigiert Mendelssohn auch die legendäre Wiederaufführung von Bachs „Matthäuspassion“. Im August 1835 übernimmt er die Leitung des berühmten Leipziger Gewandhauses. Immer wieder reist er zu Konzerten nach London, wo er als Weltstar gefeiert wird. Doch die europaweite Konzertätigkeit, auch die Stellung als Preußischer Generalmusikdirektor können ihn nicht auf Dauer vom Zentrum seines Schaffens ablenken: Leipzig.

Mendelssohn Haus Leipzig Bild vergrößern Mendelssohn Haus Leipzig (© Mendelssohn-Haus Leipzig/Museum zu Felix Mendelssohn Bartholdy/www.mendelssohn-haus.de)

Am 28. Oktober 1847 erleidet Mendelssohn einen Schlaganfall, am 4. November stirbt er an den Folgen. Er hinterlässt über 400 musikalische Werke, Sinfonien und Oratorien, Chor- und Kammermusik. Durch seine Kirchenmusik mit den großen Oratorien „Paulus“ und „Elias“ gilt Mendelssohn auch heute noch als Mittler zwischen den Religionen und Konfessionen. Als Komponist war er einige Zeit nicht unumstritten, Richard Wagner etwa hielt nicht viel von ihm, die Nationalsozialisten verbannten ihn aus dem Konzertsaal. Vor allem dem Dirigenten Kurt Masur ist es zu verdanken, dass in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Mendelssohn-Renaissance begann.

Das Mendelssohn-Jahr 2009 wird in ganz Deutschland und Europa begangen, Schwerpunkt aber ist Leipzig. Zu Mendelssohns Geburtstag steht ein Festkonzert auf dem Programm, die Ausstellung „Der Leipziger Mendelssohn“ im Stadtgeschichtlichen Museum schließt sich an. Es gibt Stadtführungen und Spaziergänge auf den Spuren des großen Musikers, auch der Leipziger Klaviersommer vom 2. bis zum 20. August steht im Zeichen des Jubiläums. Und für Kinder wird der „Wunderknabe Felix“ bei einer Kreativwerkstatt lebendig.

200. Geburtstag von Felix Mendelssohn Bartholdy