Deutsch-peruanische Entwicklungszusammenarbeit
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeitist wichtiger Bestandteil der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Peru und Deutschland und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Schon seit vielen Jahren unterstützt Deutschland Peru bei der Bekämpfung der Armut und der Entwicklung des Landes.
Derzeit ist Perudas wichtigste Empfängerland deutscher Entwicklungszusammenarbeit in Lateinamerika. Während der Regierungsverhandlungen im Juli 2010 in Bonn wurden die Entwicklungsziele und –beiträge über 200,8 Mio. Euro (189,3 Mio. Finanzielle Zusammenarbeit, 22.8 Mio. Technische Zusammenarbeit) für die folgenden zwei Jahre vereinbart.Bisher Erreichtes-Wirkungen der Deutschen
Entwicklungszusammenarbeit in Perú
- Die nach deutschem Modell geschaffenen Sparkassen decken heute 30% des Mikrofinanzmarkts ab und ermöglichen 1.5 Mio Kundenden Zugang zu Sparkonten und Krediten.
- Jährlich nutzen mehr als 300.000 Personen die Berufausbildungsmöglichkeiten des des nationalen Schulungszentrums für industrietechnische Ausbildung, SENATI.
- Die Verbesserungen der sozialen und produktiven Infrastruktur kommen mehr als 1.5 Mio. Personen zugute.
- Mehr als 3 Mio. Personen haben Zugang zu einer verbesserten Wasser- und Sanitärversorgung.
- Mehr als 5.000 Behördenvorgänge auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene wurden vereinfacht und die Bearbeitungsdauer verkürzt.
- 90.000 Kleinbauern und ihre Familien konnten ihre Einkünfte erheblich und nachhaltig verbessern.
- Die Anzahl der vormals vom Aussterben bedrohtenVikuñas konnte von 1.200 Tieren auf 200.000 erhönt werden.
- Mehr als 1.500 Berufstätige haben in Deutschland mithilfe von Stipendien studiert oder sich anderweitig weitergebildet.
Um ihre Ziele zu erreichen, stützt sich die Technische Zusammenarbeit auf nationales und internationales Personal. Eine Form der Kooperation ist beispielsweise der Einsatz europäischer Fachkräfte als sogenannte Integrierte Experten, die in peruanische Institutionen und Organisationen vermittelt werden, um so den Mangel an hochqualifiziertem Personal in Schlüsselpositionen auszugleichen. Eine andere Form der Zusammenarbeit sind di Experten des Zivilen Friedensdiensts (ZDF), die einen Beitrag zur Vorbeugung und Lösung von Konflikten und zur Schaffung von friedenssichernden Institutionen und Strukturen leisten,
Mithilfe der Finanziellen Zusammenarbeit unterstützt die Deutsche EZ den öffentlichen Sektor in den Partnerländern beim Ausbau der sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur sowie beim Umwelt- und Ressourcenschutz. Sie finanziert Investitionen und personelle Unterstützungsleistungen. Im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit wurden bisher über 900 Millionen Euro in Projekte und Programme investiert, die im Lande durchgeführt wurden. Beispiele hierfür sind die in mehreren Regionen des Landes umgesetzte Integrierte Trinkwasser- und Sanitärversorgungsprojekte mit dem Ziel der Verbesserung der Trink- und Abwasserversorgung sowie Bewässerungs- und Agrarumweltprogramme im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft. Zum Portfolio gehören zudem Projekte zum Schutz der Biodiversität und Gemeindeförderungsprogramme (lokale Investitionen und Kapazitäts-förderung).
Seit 1993 wurden zusätzliche Mittel aus Schuldenumwandlungen zur Verfügung gestellt, die hauptsächlich für Projekte zum Umweltschutz und zur Armutsbekämpfung bestimmt sind.
Seit 2001 konzentriert sich die Entwicklungszusammenarbeit, in Abstimmung zwischen der peruanischen und der deutschen Regierung, in folgenden 3 Schwerpunktbereichen:
| Staatsmodernisierung | Wasser | Ländliche Entwicklung |
|---|---|---|
| Eine lebendige politische Partizipation, ein transparenter öffentlicher Dienst und eine effiziente Verwaltung sind Schlüsselelemente für eine nachhaltige demokratische Entwicklung. Deutschland unterstützt die Modernisierung und Dezentrali-sierung der öffentlichen Verwaltung in folgenden Bereichen Vereinfachung von Verwaltungs-vorgängen und Herabsetzung büro-kratischer Hemmnisse Unterstützung und Stärkung der regionalen und kommunalen Verwaltungen zur Tätigung von Investitionen und Durchführung von Entwicklungsprogrammen. Transparenz und Kontrolle der staatlichen Institutionen zur Bekämpfung von Korruption und zur Vorbeugung sozialer Konflikte. Umsetzung von Reformen des Justizwesens | Trotz der Bemühungen und trotz bedeutender Fortschritte im Wassersektor, haben 6 Mio. Peruaner und Peruanerinnen immer noch keinen Zugang zu Trink-wasser, 12 Mio. Menschen verfügen über keine sichere Sanitärver-sorgung. Deutschland unterstützt Peru hier bei: der Entwicklung einer umfassenden Sektorpolitik der Aus- und Weiterbildung des Personals und der Management-beratung von Wasserversorgungs-unternehmen der Erweiterung und Erneuerung von Wasserver- und Abwasserent-sorgungssystsemen und der Kompetenzen zur Abwasser-behandlung. des nachhaltigen Managements von Wassereinzugsgebieten | Peru besitzt mit fast einer Million Quadratkilometer den zweit-größten Anteil am Amazonas-gebiet und die fünftgrößte zusammenhängende Waldfläche weltweit. Die beeindruckende Flora und Fauna sind jedoch von Zerstörung und Klimawandel bedroht. Trotz des Ressourcen-reichtums lebt vor allem die ländliche Bevölkerung weiterhin in Armut. In diesem Bereich leistet Deutschland folgenden Beitrag: Einführung innovativer und nachhaltiger Produktionsformen für Kleinbauern Verbesserung der produktiven Infrastruktur, wie beispielsweise der Bewässerungssysteme Nachhaltige Waldnutzung und Schaffung und Management von Nauturschutzgebieten Finanzierung von Krediten im ländlichen Raum |
Die bilaterale Zusammenarbeit ist zudem in folgenden Bereichen tätig:
- Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (u.a. saubere Kochenergie durch verbesserte Kochstellen)
- Mikrofinanzen
- Grundbildung
- Erinnerungs- und Aufarbeitungsarbeit der traumatischen Erlebnisse des Bürgerkriegs
- Friedliche Lösung von sozialen Konflikten im Umweltbere