Durch Naturkatastrophen, Epidemien, innere Unruhen oder Kriege erleiden jeden Tag
Menschen extreme Not. Sie müssen medizinisch versorgt werden, brauchen Unterkünfte,
sauberes Trinkwasser und Nahrungsmittel. In Krisen- und Katastrophenregionen ist
humanitäre Hilfe gefragt – schnell, flexibel und unbürokratisch.
Hans ten Feld, UNHCR Deutschland:
«Die Koordination zwischen den Organisationen – ob jetzt UNO oder
Nichtregierungsorganisationen – ist immer wichtiger und hat sich auch verstärkt im Laufe
der Jahre. Deutschland ist auch stark dafür eingetreten, dass die Koordination besser
wird.»
Deutschland engagiert sich international stark. Die Bundesregierung hat einen eigenen
Beauftragten speziell für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe.
Christoph Strässer, Beauftragter für Humanitäre Hilfe:
«Ich finde es ganz wichtig, dass man klar macht, dass humanitäre Hilfe etwas anderes ist
als Entwicklungszusammenarbeit. Sie ist nicht gebunden an politische Kriterien, sie ist
unabhängig, und sie soll den Menschen vor Ort eine menschenwürdige Existenz nach
Naturkatastrophen oder während Bürgerkriegssituationen vermitteln.»
Abstimmungen in der Koordination sparen Ressourcen und Zeit. In Deutschland stehen
zum Beispiel 13 Organisationen unter dem Dach der Aktion Deutschland Hilft. Diese steht
bei Katastrophen im Ausland auch mit dem Auswärtigen Amt in Kontakt.
Manuela Roßbach, Aktion Deutschland Hilft:
«Vor Ort stimmen sich die Hilfsorganisationen über die UN-Strukturen ab, aber auch zum
Teil über die deutschen Botschaften, die dann Abstimmungsrunden einberufen.»
Die Hilfe der Botschaften ist nur ein Werkzeug der Politik und die humanitäre Soforthilfe
nur ein Punkt in der deutschen Entwicklungspolitik.
Christoph Strässer, Beauftragter für Humanitäre Hilfe:
«Wir sehen auch bei der Zunahme der Krisen und der Katastrophen, dass wir da an
Grenzen stoßen. Und das es deshalb ganz ganz wichtig ist Prävention, Vorsorge zu
entwickeln in den jeweiligen Ländern, in denen man sehen kann, wie die Abläufe sind und
die Menschen und sich selbst und auch die Länder darauf vorzubereiten, darauf frühzeitig
zu reagieren und nicht erst wenn es zu spät ist. Das ist ein ganz zentraler
Paradigmenwechsel in der humanitären Hilfe, der für uns ganz im Vordergrund steht.»
Manuela Roßbach, Aktion Deutschland Hilft:
«Konkret bedeutet das, man muss Menschen schulen, man muss ihnen
Katastrophenschutzmaßnahmen beibringen, aber auch technische Maßnahmen, bessere
Bauten usw. Das ist alles Preparedness.»
Auch für Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, das derzeit in 50 Ländern
humanitäre Hilfe leistet, ist die Katastrophenvorsorge eine zentrale Aufgabe.
Rudolf Seiters, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes:
«Unsere Erfahrung ist: Ein Euro in der Katastrophenvorsorge ist genauso wichtig wie vier
Euro, die wir später bei der Nothilfe einsetzen.»
Hilfe kostet Geld. Die Zahl der Menschen und Regionen, die humanitäre Hilfe dringend
brauchen, wächst stetig. Mehr Soforthilfe und mehr Vorsorge erfordert auch immer mehr
Unterstützung.
Hans ten Feld, UNHCR Deutschland
«Wir werden sehr gut von Deutschland unterstützt. Das hat sich auch eindeutig verstärkt
und vermehrt über die Jahre hinweg. Deutschland ist damit einer der wichtigsten
Geldgeber UNHCRs geworden.»
Ganz konkret hat das Auswärtige Amt im Jahr 2013 360 Millionen Euro für Humanitäre
Hilfe zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig wird der Bereich der vorbeugenden Hilfe weiter
verstärkt.